12. Februar 2026 - Lunch & Learn
Lunch & Learn Nachlese

25 Tage vor den Kommunalwahlen fragten wir beim interaktiven Lunch & Learn Mitte Februar, was nicht nur Kandidatinnen interessiert:

Wählen Frauen Frauen?

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse gab es von Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Jasmin Riedl, ergänzt durch einen ausführlichen Vortrag über unbewusste Vorurteile von FidiP-Präsidentin Sabine Appelhagen. Dazu gab es Einblicke über den Umgang damit von Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Bayerischen Landtag, und Kathrin Alte, Bürgermeisterin der Gemeinde Anzing. Die Veranstaltung war mit über 200 Anmeldungen rekordbesucht. Und lieferte überraschende Ergebnisse.

FidiP - Lunch & Learn am 11. Februar 2026
FidiP - Lunch & Learn am 11. Februar 2026
Worum ging es?

Sabine Appelhagen moderierte die eineinhalbstündige Veranstaltung. Das Grußwort sprach Monika Meier-Pojda, Präsidentin des Bayerischen Landesfrauenrats.

Dass so viele Teilnehmerinnen dabei waren, hat uns überwältigt – Wählerinnen, Kandidatinnen, FidiP-Mitglieder. Überraschend, jedoch noch lange nicht das ganze Bild zeichnend: die ersten Tabellen, Grafiken und Forschungsergebnisse von Dr. Jasmin Riedl:

  • Während Frauen in den 1950er-Jahren noch konservativer gewählt haben, häufig getrieben von Religion und traditionellen Rollenbildern, änderte sich das Wahlverhalten in den 1970er Jahren und ist heute progressiver geworden in Richtung Mitte/links.
  • Systematische Vorlieben von Frauen sind nicht erkennbar.
  • Frauen mobilisieren nicht automatisch Frauen.
  • Frauen bevorzugen nicht automatisch das eigene Geschlecht.
Was aber ist denn dann wahlentscheidend?

Wer wen und warum wählt oder auch nicht, ist komplex. Einige Punkte scheinen jedoch eine große Rolle zu spielen:

  • die Übereinstimmung der Partei-Idee mit dem eigenen Wertesystem,
  • die Themen, Problemlagen und der politische Kontext,
  • die Person, die für eine Idee oder ein Thema steht,
  • das Unterbewusstsein, die tief verankerten unbewussten Vorurteile, Muster, Prägungen.

Die Teilnehmerinnen verfolgten danach die Ausführungen über unbewußte Vorurteile von Kommuniktionswissenschaftlerin Sabine Appelhagen, die zum Nachdenken und zur Selbst-Reflexion anregten. "Vorurteile. Wir haben sie alle. Unbewusst, unterbewusst, tief in uns drinnen", sagte die FidiP-Präsidentin.

Und: Frauen fallen häufig in die Likeability-Falle, die Franz Josef Strauß einst auf den Punkt brachte:

"Everybody’s Darling ist everybody’s Depp."

Raus aus der Nettigkeitsfalle also!

Katharina Schulze und Kathrin Alte teilten Ihre Erfahrungen dazu. Ihre Tipps aus der Praxis:

  • Nicht nur nett und sympathisch sein, sondern auch mal auf den Tisch hauen.
  • Die Verantwortung annehmen und sich klar machen: Man kann es nicht jeder und jedem recht machen.
  • Sich eine eigene Resilienz erarbeiten.
  • Kritik und Anfeindungen nicht persönlich nehmen – sie beziehen sich auf das Amt, nicht auf die eigene Person.
  • Frauensolidarität zeigen.
  • Souverän und gelassen und genau wie Männer mit einer 80-prozentigen Vorbereitung auftreten und nicht mit einer 120-prozentigen.
  • Macht positiv besetzen.
  • Klar und authentisch bleiben bei Live-Veranstaltungen und in den sozialen Medien.
Fazit des Lunch & Learns am 11. Februar 2026:

Wer wen wählt, entscheidet sich nicht am Geschlecht allein – sondern an Haltung, Themen, Persönlichkeit und oft auch im Unterbewussten. Frauen wählen nicht automatisch Frauen. Aber Frauen können Frauen stärken, selbst genauer hinschauen, sichtbar machen und ermutigen, Verantwortung zu übernehmen. Genau dort setzt FidiP an.

Vielen Dank!

Vielen Dank unseren Kooperationspartnern Bavaria ruft!, Bayerischer Landesfrauenrat BayLFR und Bayerischer Jugendring BJR und an alle, die dabei waren.